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Theravada Buddhismus -
Grundsätzliche Fragen
Die folgende Sammlung von
Fragen und Antworten zum
Thema Theravada Buddhismus,
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Kursiv geschriebene Wörter
sind dem Pāli entnommen, der
Sprache des frühen
buddhistischen „Pāli-Kanons“.
Dieser ist die Quelle des
Theravāda-Buddhismus,
der heute in Südostasien und
auf Sri Lanka maßgeblich
ist. Eine dem Pāli
eng verwandte Sprache, das
„Alte Magadhi“, war das
Medium der Verständigung zur
Zeit Buddhas. Er lehrte im
nordindischen Königreich
Magadha. Das Alte Magadhi
war eine Lehr-, Verwaltungs-
und Gerichtssprache, wurde
aber auch vom einfachen Volk
verstanden. Sanskrit dagegen
war die Gelehrtensprache der
(hinduistischen) Brahmanen.
Es war breiten Schichten der
Bevölkerung nicht
zugänglich. Deshalb benutzte
der Buddha bewusst nicht das
Sanskrit, sondern die
gängige Landessprache. Das
Pāli entwickelt sich aus dem
Alten Magadhi und wurde zur
Literatur- und Hochsprache
des Theravāda („Lehre
der Älteren“).
Sie werden sich wundern,
dass Ihnen manche Wörter,
etwa Nibbāna, bekannt
vorkommen, aber dennoch
anders als das ihnen
bekannte Wort geschrieben
werden. Dies liegt daran,
dass im Westen vor allem die
Begrifflichkeiten des
zentral- und ostasiatischen
Mahāyāna-Buddhismus
bekannt geworden sind. Der
Mahāyāna-Buddhismus
selbst beruht auf indischen
Sanskrit-Texten, die später
als die frühbuddhistischen
Quellen verfasst worden
sind. Aufgrund der
Ähnlichkeit von Pāli und
Sanskrit im Wortschatz kommt
es oft vor, dass Begriffe
dieser beiden Sprachen sich
nur durch wenige Buchstaben
unterscheiden. Zum Beispiel
ist das eben genannte
Nibbāna ein
Pāli-Ausdruck, während
Nirvāna ein Sanskrit-Begriff
ist. Ein anderes Beispiel:
Dhamma ist Pāli und
Dharma Sanskrit.
Aussprache des Pali:
a i u
:
kurz
ā ī ū
:
lang
e o : lang, ausgenommen vor
Doppelkonsonanten
g d b
:
stimmhaft, wie die betr.
Anfangsbuchstaben i Mittel-
und Nord-Deutschland
c
=
tsch
j
=
stimmhaftes dsch (wie engl.
J, z.B. in „joy“)
ñ
=
wie gn in Mignon, Bagno
y
=
deutsches j
v
=
W
kh, gh,
ch, jh,
ṭh, ḍh,
th, dh,
ph, bh
gelten als einfache,
aspirierte Konsonanten und
sind mit unmittelbar
nachstürzendem Hauchlaut
auszusprechen, also etwa:
kh
wie in Bankhaus
th
wie in Rathaus
ch
wie in klatschhaft
Bei ṭ ṭh ḍ ḍh ṇ ḷ ist die Zunge gegen den Gaumen zu pressen
ṁ
ist Nasalierungszeichen; „taṁ“
ist also auszusprechen etwa
wie franz. „temps“.
Was ist Buddhismus?
Der Buddhismus ist eine der
großen Weltreligionen, die
heute nicht nur in einem
Land prägend sind. Neben
Christentum und Islam ist
der Buddhismus auch die
Religion, der heute relativ
viele Völker folgen.
Judentum und Hinduismus sind
trotz ihrer Bedeutung
weitgehend auf ein Volk
beschränkt.
Welche sind die großen
Weltreligionen?
Buddhismus
Christentum
Hinduismus
Judentum
Islam
Wie alt ist der Buddhismus?
Der Buddhismus ist vor ca.
2550 Jahren von
Siddhattha Gotama
begründet worden.
Siddhattha hat später
den Ehrentitel „Buddha
Sākyamuni“ erhalten:
„Der Erwachte, der Weise aus
dem Sākya-Geschlecht“.
Wer war Siddhattha Gotama,
der Buddha?
Siddhattha wurde vor ca. 2600 Jahren als Prinz in einer
Fürstenfamilie geboren. Als
junger Mann genoss er ein
wunderschönes Leben in einem
Palast. Einmal, auf den so
genannten „Drei Ausfahrten”,
wurde er unmittelbar mit den
leidvollen Aspekten des
Lebens konfrontiert.
Daraufhin beschloss er,
einen Weg zur völligen
Überwindung des Leidens zu
finden. Er wanderte als
Asket durch die Wälder,
schloss sich nacheinander
verschiedenen bekannten
Lehrern an, übertraf sie
alle, ging dann mit einigen
Gefährten seinen eigenen Weg
und erreichte schließlich
ganz alleine durch
Meditation unter einem Baum
die vollkommene Erleuchtung,
genauer das „vollkommene,
unübertreffliche Erwachen“ (sammā-sam-bodhi).
Er war zu dem Zeitpunkt etwa
35 Jahre alt. Die übrige
Zeit seines Lebens widmete
er sich ganz der Vermittlung
der Befreiungslehre, indem
er allen, die dazu bereit
waren, den Weg zur
vollkommenen Befreiung
wies.
Was versteht man unter den
„Drei Ausfahrten”?
Auf den so genannten „Drei
Ausfahrten“ aus dem Palast
waren dem Prinzen
Siddhattha „Alter,
Krankheit und Tod” begegnet
– die drei großen Leiden der
Menschheit, denen sich
keiner entziehen kann.
Wo nahm der Buddhismus
seinen Ausgang?
Der Buddhismus ist in
Nordindien entstanden. Er
hat sich von hier allmählich
über ganz Asien verbreitet.
Das erste Land, wohin der
Buddhismus von Indien
gelangte, war Sri Lanka.
Später haben die
südostasiatischen Länder
diese frühe Form des
Buddhismus, den Theravāda,
aus Sri Lanka übernommen.
Welche Länder folgen dem
Buddhismus?
Nach der eben kurz
skizzierten ersten
Verbreitungswelle nach Sri
Lanka hat sich der
Buddhismus von Indien über
die Seidenstraße nach China
ausgedehnt. Von hier
gelangte er nach Korea,
Japan, Vietnam, Malaysia und
Indonesien. In der dritten
Verbreitungswelle erreichte
der Buddhismus von Indien
Tibet. Von hier gelangte er
in die Mongolei, Sibirien
und die kleinen
Anrainerstaaten. Seit dem
Beginn des 20. Jahrhunderts
verbreitet sich der
Buddhismus in seinen
verschiedenen Formen auch
zunehmend über andere
Kontinente, insbesondere
Nordamerika, Europa und
Australien.
Welche Formen des Buddhismus
gibt es?
Der Theravāda (Schule
der Älteren) ist der einzige
heute noch bestehende Zweig
des frühen
Buddhismus. Er ist die
älteste der zeitgenössischen
buddhistischen Schulen.
Seine eigentliche Gründung
wird dem Mönch Moggalāna
Tissa anlässlich des
dritten Konzils zu
Pātaliputra (3. Jh.
v.Chr.) zugeschrieben.
Die heutige Verbreitung
dieser Richtung erstreckt
sich über Sri Lanka,
Thailand, Myanmar (Burma),
Laos, Kambodscha und
teilweise Vietnam.
Der Theravāda
und dessen Hauptpraxis, die
Achtsamkeits- bzw.
Einsichtsmeditation des
Vipassanā (höheres
Sehen), hat aber auch in der
westlichen Welt zahlreiche
Anhänger. Etwa 165 Millionen
Menschen bekennen sich
weltweit zu dieser Lehre.
Die am meisten verbreitete
Dachform des Buddhismus ist
das „Mahāyāna”
(Großes Fahrzeug). Dessen
Vertreter sehen das
Mahāyāna seit dessen
Gründung zu Beginn des
ersten Jahrtausends n. Chr.
in Indien als den Weg für
die vielen. Zu dieser
Tradition zählen etwa der
tibetische Buddhismus und
der Zen. Eine Hauptströmung
des Buddhismus in Tibet, der
Mongolei und Sibirien wird
auch als das „Vajrayāna”
(Diamantfahrzeug) oder der
Tantrismus bezeichnet.
Was sind die Grundlagen des
Buddhismus?
In seiner ersten Rede
verkündete der Buddha die
Grundlage seiner Lehre die
„Vier Edlen Wahrheiten“.
Was sind die Vier Edlen
Wahrheiten – Ariya Sacca?
1.
Dukkha Ariya Sacca
Die Wahrheit vom Leiden im
Leben.
2.
Dukkha Samudaya Ariya Sacca
Die
Wahrheit von den Ursachen
des Leidens.
3.
Dukkha Nirodha Ariya Sacca
Die Wahrheit von der
Überwindung des Leidens.
4.
Dukkha Nirodha Gāmini
Patipadā Ariya Sacca
Die Wahrheit vom Pfad, der
zu dieser Befreiung führt.
Was ist der Pfad zur
Befreiung vom Leiden?
Er wird der Edle Achtfache
Pfad – Aṭṭhangika Magga
– genannt und in 3 Bereiche
(siehe Dreifache Übung)
aufgeteilt:
-
Paññā
-
Weisheit, Befreiende
Einsicht, die Herz und Geist
vollständig läutert
(wegen der
Wichtigkeit an erster
Stelle des Achtfachen
Pfades, obwohl eigentlich
das Ziel des Weges).
1. Sammā
Diṭṭhi - Rechte
Ansicht (manche auch
„Rechtes Verstehen“)
2. Sammā
Saṅkappa - Rechter
Entschluss oder rechte
Gesinn
Sila
-
Ethik
3. Sammā
Vācā
- Rechte Rede
4. Sammā
Kammanta - Rechte Tat
5. Sammā
Ājīva - Rechter
Lebenserwerb
Samādhi -
Sammlung
4. Sammā
Vāyāma
- Rechte Anstrengung
oder Bemühung
5. Sammā
Sati - Rechtes
Gewahrsein oder Rechte
Aufmerksamkeit
6. Sammā
Samādhi - Rechte
Konzentration oder Sammlung
Welche Dreiheiten gibt es im
Buddhismus?
Neben den “Drei Juwelen”
gibt es v. a. die „Drei
Daseinsmerkmale”, die „Drei
Geistesgifte” und die
„Dreifache Übung”.
Was sind die „Drei Juwelen“
- Ti Ratana?
Buddha
- Der vollkommen Erwachte
bzw. das menschliche
Potenzial zum vollen
Erwachen.
Dhamma - Naturgesetz,
Gesetz der Befreiung, und
die Lehre Buddhas, die den
Weg weist.
Saṅgha - Die
Gemeinschaft ähnlich
Gesinnter, die den Weg
ernsthaft geht.
Was sind die „Drei
Daseinsmerkmale“ -
Ti-Lakkhana?
1) Anicca
-
Vergänglichkeit, Wandel,
Unbeständigkeit, wörtlich:
„Nicht Dauer”
2) Dukkha - a)
Leiden, Angst oder
Unbefriedigtsein, wenn es um
die Situation der Lebewesen
aufgrund der
Leidursachen geht.
b) Unzulänglichkeit oder Ungenügen, wenn es um
die vergänglichen Dinge
geht, die den unbewussten
Glückserwartungen aufgrund
ihres steten Wandels nicht
tiefer gerecht werden könne.
3) Anattā
-
Nichtsubstanzhaftigkeit,
Unwesentlichkeit, wörtlich:
„Nicht-Selbst oder
Nicht-Ich”
Was sind die „Drei
Geistesgifte“ oder „Drei
Wurzeln des Unheilsamen“ -
Akusala-Mūla?
Lobha -
Gier, Verlangen
Dosa - Hass,
Abneigung
Moha - Verwirrung,
Verblendung
Was ist die „Dreifache
Übung” - Ti-Sikkhā?
Sīla -
Ethisches Verhalten,
Reinheit von geistigen,
sprachlichen und
körperlichen Handlungen.
Samādhi
-
Konzentration, Sammlung,
Herrschaft über den Geist.
Pannā
- Weisheit,
Befreiende Einsicht, die
Herz und Geist vollständig
läutert.
Was versteht man unter
„Vierfache Gemeinschaft”?
Bhikkhu - Mönche
Bhikkhunī - Nonnen
Upāsaka
- Laienanhänger
Upāsikā
- Laienanhängerinnen
Was bedeutet Saṅgha?
Im engeren Sinn bedeutet
Saṅgha die Gemeinschaft
der Mönche und Nonnen, die
sich im Verhältnis zu vielen
anderen in besonderem Maße
um das Verständnis bzw. die
Verwirklichung des Dhamma
bemühen und die Lehre von
Generation zu Generation
weitergeben. Im weiteren
Sinn bedeutet Saṅgha
die Gemeinschaft aller
Menschen, die dem „Mittleren
Weg“ folgen, wie ihn der
Buddha selbst bis zur
Vollendung gegangen ist.
Wie wurde die Lehrreden
Buddhas übermittelt?
Die Lehrreden des Buddha
wurden in der Anfangszeit
von seinen verwirklichten
Anhängern, die Mönche und
Nonnen waren, durch
möglichst getreues
Nacherzählen mündlich
überliefert. Später wurden
sie auf Palmblättern
festgehalten, mit einem
Faden (Sutta)
zusammengebunden und in
Körben (Piṭaka)
aufbewahrt. Seither werden
die Lehrreden als „Suttas”
(Pāli) oder „Sūtras”
(Sanskrit) bezeichnet. Die
kanonische Quelle des
Theravāda ist der
Pāli-Kanon. Er besteht aus
dem so genannten Tipiṭaka
(Dreikorb), also drei
thematisch unterschiedlichen
Textsammlungen.
Was sind die
drei thematisch
unterschiedlichen
Sammlungen
des
Tipiṭaka?
Vinaya Piṭaka
Die Sammlung der
Ordensdisziplin.
Sutta Piṭaka
Die Sammlung der Lehrreden.
Abhidhamma Piṭaka
Die Sammlung der so
genannten „höheren Lehre“
(wörtlich für „Abhi-Dhamma“).
Die
systematisch festlegende Auslegung des Dhamma,
die buddhistische
Erkenntnistheorie,
Philosophie und Psychologie.
Was sind die wichtigsten „Theravāda-Suttas“?
Ānāpānasati-Sutta
-
Die Rede über das Gewahrsein
des Ein- und Ausatmens. Die
Rede über die
Vergegenwärtigungen der
Achtsamkeit. (Hier geht es
um die Entwicklung der
Achtsamkeit für Körper und
Geist in deren wesentlichen
Erscheinungsformen.)
Dhammacakkappavattana-Sutta
-
Die Rede über das
In-Bewegung-Setzen des Rades
der Lehre.
Mahā-Maṅgala-Sutta
-
Die Rede über die großen
Segnungen.
Mettā-Sutta
- Die Rede über die Liebende
Güte.
Kālāma-Sutta
- Die Rede an die Kālāma
(über wahrhaft
selbstständiges Denken und
Entscheiden).
Aṅgulimāla-Sutta
-
Die Rede über Angulimāla.
(Hier geht es um Läuterung
eines unheilsamen Lebens.)uva.
Was sind Jātakas?
Jātakas sind 547 Legenden und Geschichten, die von
früheren Leben des Buddha
als Tier oder Mensch
erzählen. Die Intention
dieser Texte ist zu zeigen,
dass rechtschaffenes Leben
und gute Taten zu
Vollkommenheit, Befreiung
und Nibbāna zum Wohl
aller Wesen führen.
Was ist Nibbāna?
Nibbāna (Sanskrit: Nirvāna) ist kein Ort im engeren
Sinne, sondern ein innerer
Zustand von Herz, Geist und
Körper.
Es handelt sich um das
Verlöschen von Lebensdurst,
Anhaftungen und Inneren
Zwängen, d. h. um die
vollkommene Befreiung vom
leidvollen Daseinskreislauf
„Saṁsāra“. Das
Nibbāna bedeutet einen
Herzens-, Geistes- und
Körperzustand, frei von
Gier, Hass und Verblendung,
der lediglich im Leben und
besonders im menschlichen
Leben verwirklicht werden
kann.
Dieses höchste Heilsziel ist
charakteristisch für die
Lehre des Buddha. Es wird
verwirklicht, indem der
kulturübergreifende
Befreiungsweg von Ethik,
Ruhe und Einsicht vollkommen
entfaltet wird. Gemäß dieser
Lehre hat es jeder Mensch
selbst in der Hand, ob und
in welchem Maße er oder sie
diesen Weg durch wachsende
Achtsamkeit entfaltet. Der
Buddha fordert uns dazu auf,
die kostbare Chance des
menschlichen Lebens nicht
ungenutzt verstreichen zu
lassen.
Was ist Saṁsāra?
Der leidvolle
Daseinskreislauf:
Geborenwerden – Altern –
Sterben, kurz Leiden.
Im tieferen Sinne bedeutet
der Saṁsāra jedoch
einen Zustand im Leben,
nämlich das ständige Sich
identifizieren mit den
vergänglichen, wandelbaren,
unberechenbaren und somit
unzulänglichen Phänomenen
des Lebens infolge der
geistigen Leidursachen
„Nichtsehen, Durst und
Ergreifen“. Der Saṁsāra
ist also eigentlich das
fortwährende
„Hineingeborenwerden“ in
Lebenssituationen und
„Altern bzw. Sterben“ mit
ihnen.
Die Befreiung von diesem
gewöhnlichen Zustand im
Dasein bedeutet Nibbāna,
wörtlich das „Verlöschen“
der geistigen
Leidursachen mit den
Befreienden Einsichten.
Damit endet auch der
Saṁsāra im Sinne der
weiteren Wiedergeburten nach
dem körperlichen Tode.
Dieses Ende nach dem Tode
ist das „Parinibbāna“
(Endgültiges Nibbāna).
Parinibbāna kann aber
auch einfach nur
„vollkommenes Nibbāna“
im Leben bedeuten.
Welche buddhistischen
Pilgerstätten gibt es?
Lumbinī
-
Geburtsort des historischen
Buddha.
Bodh Gayā -
Erleuchtungsort des
historischen Buddha.
Sārnāth - Ort der
ersten Lehrrede.
Kusinara - Tod und
Verbrennung des Leichnams
des Buddha.
Welche Feste gibt es im
Theravada Buddhismus?
Makha Bucha
Makha Bucha ist ein
wichtiges buddhistisches
Fest, das jedes Jahr am
Vollmondtag des dritten
Mondmonats im Gedenken an
Buddha gefeiert wird. Es
finden Lichterprozessionen
um die Tempel herum statt,
um an Buddhas Predigt vor
1250 erleuchteten Mönchen zu
erinnern.
Visakha Bucha (Vesakh Fest)
Am Vollmondtag im Mai findet
das schönste und heiligste
aller buddhistischen Feste
statt, das “Weihnachtsfest“
der Buddhisten. Vesakh ist
ein Nationalfeiertag.
Buddhisten zelebrieren an
diesem Festtag die Geburt,
die Erleuchtung und das
Aufgehen Buddhas im
Parinibbāna, dem
Endgültigen Nibbāna
(Sterbetag).
Khao Phansa
Fest im Juli, welches an die
erste Predigt Buddhas in der
Öffentlichkeit erinnert. Es
finden Prozessionen mit
Blumen und Kerzen um den Bot
statt. Die Fastenzeit Khao
Phansa bzw. Vassa beginnt am
Tag nach Asanha Bucha und
dauert drei Monate bis zum
Ende der Regenzeit. Während
dieser Zeit dürfen die
Mönche das Kloster nachts
nicht verlassen und
unterliegen strengeren
Regeln. Im Allgemeinen ist
dieses die Zeit, während der
junge Männer ins Kloster
gehen. Entsprechend finden
zu Beginn des Fastenmonats
überall
Ordinationsfeierlichkeiten
statt.
Ok Phansa
Das Fest Ok Phansa beendigt
die buddhistische
Fastenzeit. Es markiert das
Ende des Zeitabschnitts "Phansa",
der vom Anfangstag "Khao
Phansa" bis zum Ende "Ok
Phansa" genau drei Monate
dauert und im
südostasiatischen
Monsunklima in die Regenzeit
fällt. Phansa ist der
Zeitraum, in welchem
die buddhistischen Mönche
fest am selben Ort (Tempel)
wohnen müssen und
nicht auswärts übernachten
dürfen. Erst nach Ablauf
dieser Zeit dürfen sie
wieder Reisen unternehmen
oder aus anderen Gründen
außerhalb des Tempels
übernachten. Die Gläubigen
finden sich aus Anlass
dieses Feiertages im Tempel
zusammen, um religiösen
Zeremonien und Rezitationen
der Mönche beizuwohnen.
Thot Kathin
Die buddhistische
Zeremonie Kathin wird an
einem beliebigen Tag
zwischen den beiden
Vollmonden im Oktober und
November begangen.
Den religiösen Höhepunkt der
Festaktivitäten des Ok
Phansa bilden die Thot
Kathin Feierlichkeiten, bei
denen die Gläubigen in
Prozessionen zu den Klöstern
ziehen, um den Mönchen in
einer feierlichen Zeremonie
neue Gewänder und andere
Geschenke zu überreichen.
Diese sehr alte Tradition
geht noch auf den Buddha
selbst zurück und wird von
den Gläubigen bis heute sehr
gewissenhaft eingehalten, um
sich dadurch religiöse
Verdienste zu erwerben. Vor
allem ist Mahā Kathin aber
Ausdruck des großen
Interesses und der
Ehrerbietung für die
Tempelgemeinschaft.
Ursprünglich wurden die
Roben an diesem Tag aus
weißem Stoff genäht, mit dem
Holz des Jackfruit-Baumes
gefärbt und als Opfergabe in
den Tempel gebracht.
Wie wird man Buddhist(in)?
Indem man dreimal die
Zuflucht zu den „Drei
Juwelen” nimmt. Im Gegensatz
zu anderen Religionen gibt
es im Buddhismus kein
Taufritual oder Ähnliches.
Die Zuflucht kann man selbst
zu Hause im eigenen Zimmer
nehmen, ohne dass ein Mönch
oder eine Nonne anwesend
ist.
Wie lautet
die Dreifache Zuflucht (Pāli)?
Namo Tassa Bhagavato Arahato
Sammā-Sambuddhassa
Namo Tassa Bhagavato Arahato
Sammā-Sambuddhassa
Namo Tassa Bhagavato Arahato
Sammā-Sambuddhassa
Buddhaṃ Saraṇaṃ Gacchāmi.
Dhammaṃ Saraṇaṃ Gacchāmi.
Saṅghaṃ Saraṇaṃ Gacchāmi.
Dutiyampi Buddhaṃ Saraṇaṃ
Gacchāmi.
Dutiyampi Dhammaṃ Saraṇaṃ
Gacchāmi.
Dutiyampi Saṅghaṃ Saraṇaṃ
Gacchāmi.
Tatiyampi Buddhaṁ Saraṇaṃ
Gacchāmi.
Tatiyampi Dhammaṃ Saraṇaṃ
Gacchāmi.
Tatiyampi Saṅghaṃ Saraṇaṃ Gacchāmi.
Wie lautet diese Dreifache
Zuflucht auf Deutsch?
Verehrung dem Erhabenen,
Heiligen, vollkommen
Erwachten (dreimal)
Zum Buddha nehme ich meine Zuflucht.
Zum Dhamma nehme ich meine
Zuflucht.
Zum Sangha nehme ich meine
Zuflucht.
Zum zweiten Mal nehme ich zum Buddha meine
Zuflucht.
Zum zweiten Mal nehme ich
zum Dhamma meine Zuflucht.
Zum zweiten Mal nehme ich
zum Sangha meine Zuflucht.
Zum dritten Mal nehme ich zum Buddha meine
Zuflucht.
Zum dritten Mal nehme ich
zum Dhamma meine Zuflucht.
Zum dritten Mal nehme ich
zum Sangha meine Zuflucht.
Wonach streben Buddhisten?
Sie streben nach Befreiung
von Gier, Hass und
Verwirrung, nach Auflösung
von „Unwissenheit, Durst und
Ergreifen“ durch Befreiende
Erkenntnis, nach
Verwirklichung von Weisheit
und Mitgefühl, Überwindung
innerer Unruhe, Realisierung
inneren
Friedens, Verminderung
„unheilsamen” Kammas,
Vermehrung „heilsamen”
Kammas, Verwirklichung
der “Vier Göttlichen
Verweilungszustände”,
Beachtung der Fünf Sīlas
und Praktizieren
der Zehn Pāramitās.
Welche Grundprinzipien
gelten für ein
buddhistisches Leben (nach
den Fünf Sīlas)?
Buddhisten beachten 5 ethische Prinzipien -
Panca Sīla.
1. Pānātipātā -
Lebendiges nicht zu töten.
2. Adinnādānā - Nicht
zu nehmen, was nicht gegeben
worden ist.
3. Kāmesumicchācārā
- Kein sexuelles
Fehlverhalten (kein
verletzendes sexuelles
Verhalten).
4. Musāvādā -
Nicht zu lügen.
5. Surāmeraya - Keine
Mittel zu nehmen, die den
Geist berauschen und trüben.
Was sind die 10 Pāramitās?
Dāna Pāramī
Freigebigkeit
Sīla Pāramī
Moral, Sittlichkeit
Nekkhamma Pāramī
Entsagung, Verzicht
Pannā Pāramī
Weisheit
Viriya Pāramī
Anstrengung, Willenskraft
Khanti Pāramī
Nachsicht, Geduld, Toleranz
Sacca Pāramī
Wahrhaftigkeit
Adhiṭṭhāna Pāramī
Entschlusskraft
Mettā Pāramī
Liebende Güte
Upekkhā Pāramī
Gleichmut
Welche 4 Zustände versuchen
Buddhisten zu verwirklichen?
Die vier „Göttlichen Verweilungszustände“
Brahmavihārā.
Mettā
Liebe, Güte
Karunā
Mitgefühl, Mitleid
Muditā
Mitfreude
Upekkhā
Gleichmut
Was ist Kamma?
Kamma
(Sanskrit: Karma) wird in der westlichen Welt
oft als Schicksal
bezeichnet, ist aber in
Wahrheit das genaue
Gegenteil (in dem Sinne,
dass die Früchte des Kamma
Ergebnis bestimmter Ursachen
sind).
Kamma bedeutet also die Gesetzmäßigkeit von Ursache
und Wirkung. Jede
absichtliche Handlung
(Nicht-Handlung) ist bedingt
durch bestimmte Ursachen und
selbst Ursache für eine
Reihe von Wirkungen. Gier
und Hass bedeuten
“schlechtes”, unheilsames
Kamma. Gier und Hass
haben ihre Ursache in
Unwissenheit. So ist
Unwissenheit (=fehlende
Weisheit) die Grundursache
der “Kette des Abhängigen
Entstehens” bzw. der
Verstrickung in den
Daseinskreislauf. Buddhisten
streben danach, „gutes“,
heilsames Kamma
anzusammeln, um somit
schließlich den leidhaften
Daseinskreislauf zu
überwinden.
Was ist Wiedergeburt?
Jedes Leben unterliegt dem
Gesetz von Ursache und
Wirkung (Kamma). Das
angesammelte Kamma
bestimmt die Art der
Wiedergeburt (Wiederverkörperung
durch Annahme neuer „Fünf
Daseinsgruppen“ = Khandhā).
Wer in Unwissenheit
steckenbleibt, wird gemäß
seinen/ihren Absichten und
Taten immer wieder eine
Geburt, d. h. den leidvollen
Daseinskreislauf Samsāra,
erfahren. Geburt führt zu
Altern und Tod. Ist
Unwissenheit nicht gänzlich
überwunden, beginnt der
Daseinskreislauf von neuem
gemäß der “zwölfgliedrigen
Kette des abhängigen
Entstehens”.
Was ist die “zwölfgliedrige
Kette des Abhängigen
Entstehens”
Paṭiccasamuppāda?
1.
Avijjā
Unwissenheit
2.
Saṅkhārā
Tatabsichten
(Karmaformationen)
3.
Vinnāṇa
Bewusstsein
4.
Nāmarūpa
Gesit und Körper
5.
Saḷāyatanā
Bereich der Sechs Sinne
6.
Phassa
Berührung
(Bewusstseinseindruck)
7.
Vedanā
Empfindung (Gefühl)
8.
Tanhā
Durst, Gier (Begehren)
9.
Upādāna
Ergreifen (Anhaften)
10.
Bhava
Werden
11.
Jāti
Geburt (Wiedergeburt)
12.
Jarāmāraṇaṃsokaparidevadukkhadomanassupāyāsā
Alter und Tod, Schmerz und
Klagen, Leid,
Betrübnis und Verzweiflung
Was sind die Fünf
Khandhās?
1.
Rupā
Körper, Form
2.
Vedanā
Empfindungen
3.
Sannā
Wahrnehmungen
4.
Saṇkhāra
Geistformationen
5.
Vinnāṇa
Bewusstsein
Wie wird Buddhismus
praktiziert?
Die wichtigsten Praktiken
zur Beruhigung und Klärung
des Geistes, zur Entwicklung
von Einsicht, Mitgefühl und
Weisheit sind –
Sitzmeditation,
Gehmeditation, Rezitation
von Texten (Sutta).
Außerdem: Studium der
buddhistischen Lehre (Buddhadhamma)
und als Alltagspraxis ein
achtsamer Umgang mit
Menschen, Tieren, lebenden
Wesen und unbelebten Dingen.
Sparsamkeit
(Nicht-Verschwendung), keine
negativen „Tatspuren“
hinterlassen, Harmonie
herstellen.
Was ist Meditation?
Neben der Gehmeditation, die
in achtsamem Schweigen und
mit langsamen, achtsamen
Bewegungen durchgeführt
wird, gibt es vor allem die
Sitzmeditation. Mit
übereinander geschlagenen
Beinen (Lotos) sitzt der
Meditierende mit aufrechtem
Oberkörper ca. 60 Minuten
ruhig und bewegungslos.
Mit meist geschlossenen
Augen schenkt die
meditierende Person ihr
Hauptaugenmerk dem Ein- und
Ausatmen. Sie ist sich ihres
Körpers bewusst, achtet auf
Gefühle, Gedanken und
Willensregungen sowie den
Zustand des Bewusstseins,
ohne in irgendeiner Weise
daran anzuhaften. Sie
entwickelt dadurch nicht
bloß Einsicht in die Natur
ihres Seins (ihr Bestehen
aus vergänglichen
körperlichen und geistigen
Prozessen, also den Fünf
Khandhās, ohne dass
diese in Wirklichkeit ein
„Selbst“ oder „mein“
darstellen würden), sondern
auch in die gegenseitige
Abhängigkeit bzw.
Bedingtheit aller
Erscheinungen.
Was sind die fünf irdischen
Freuden?
Was sind die fünf Begierden?
1.
Essen und Trinken
2.
Schlaf
3.
Sex
4.
Reichtum
5.
Ruhm
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