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Bhikkhu Kevali


Durch meine Verbindungen zu Thailand begann ich 1991 in Berlin regelmäßig zu meditieren, und nach verschiedenen Aufenthalten in Dhammapala, Amaravati und auch für länger in Wat Pah Nanachat beeilte ich mich, mein Lehramts-Studium zuende zu bekommen, um in Wat Pah Nanachat zu ordinieren.

Nach einem Jahr als Novize wurde ich 1998 Bhikkhu, die ersten fünf hauptsächlich bei Ajahn Jayasaro in Wat Pah Nanachat, der mich von Anfang an mit seiner Klarheit und Integrität als Mensch beeindruckt hat. Durch meine Thai-Kenntnisse hatte ich von Anfang an auch guten Kontakt zu der erweiterten Wat Pah Pong Sangha, mit Aufenthalten bei Ajahn Jundee, Ajahn Anan und L.P. Pieg. Mir gefiel immer sehr das Gefühl der Gemeinschaft neben all der individuellen Meditation, und insbesondere in Wat Pah Pong, wo ich nun seit meiner fünften Regenzeit lebe, die Integration des gesamten Lebens in das Bhikkhu-Sein, mit Arbeit, Lehren, Lernen etc. Auch sind die Thai-Mönche mir ein Vorbild in ihrer Freundlichkeit, Offenheit und Toleranz, wohingegen bei uns Westlern Vernunft, Panya und ernsthaftes Bemühen die Stärken zu sein scheinen.

Ich bemühe mich von beiden Seiten zu lernen, um irgendwann einmal alle Qualitäten zu einem "guten Menschen" vereinigen zu können. Bei meinem Aufenthalt in Wat Pah Pong bin ich durch meine Sprachkenntnisse zum Übersetzer und Gehilfen L.P. Liems, des Nachfolgers Ajahn Chahs geworden, eine wunderbare Gelegenheit zu lernen.

Ein Engagement in Europa hatte ich für die ferne Zukunft ins Auge gefasst, denn meine Lebensbedingungen als junger Mönch sind in Thailand sehr günstig. Doch nun scheinen sich bei meinen Eltern in Bonn gesundheitliche Probleme anzubahnen. L.P. Liem gefiel die Idee, mich in Deutschland ins kalte Wasser zu werfen gut, und er, Ajahn Jayasaro und Ajahn Nyanadhammo gaben mir Rückenwind dafür, nun in Deutschland die Fühler auszustrecken, ob es möglich wäre, ein traditionelles Waldkloster in Deutschland aufzubauen. Wenn in Deutschland etwas entsteht, das explizit Sangha-Leben ermöglicht, bin ich interessiert mitzuhelfen. Was mir weniger attraktiv erscheint ist ein Kloster, wo jeder sein eigenes Ding dreht und kein gemeinschaftliches Training besteht, oder eine "Karrierre" als einzelner Dhamma-Lehrer mit Veranstaltungen hier und da auf dem Deutschen Markt zu beginnen. Für mich hat das "einfach-Bhikkhu-Sein" in einer gut funktionierenden Sangha großen, zeitlosen Wert, und dies würde ich für die deutsche Buddhistische Szene als eine echte Bereicherung ansehen.

Dieser Eindruck hat sich nun stark bestätigt, denn von Ende November 2006 bis April 2007 hatte ich die Gelegenheit in Deutschland zu sein, sowohl für die Unterstützung meiner Eltern, als auch für das Klosterprojekt, sehr grosszügig unterstützt u.a. vom Waldkloster e.V. Ich war in verschiedenen Gruppen in München, Hamburg und Berlin zu Gast, und habe stark die Notwendigkeit für eine traditionelle, ordinierte Sangha als zeitlose Institution in Deutschland als in sich ruhendem Pol gespürt, neben all den wechselhaften Strömungen unterworfenen Angeboten einzelner (zum Teil sehr guter) nicht-ordinierter Lehrer im Seminar - und Retreat-Stil.

Doch scheint mir, ehrlich gesagt, die Decke der Unterstützer, die sich für die grosse Aufgabe, ein Kloster oder eine Sangha aufzubauen, engagieren, noch zu dünn. Mit dem Dana-Prinzip, das für einen nicht-kommerziellen Betrieb eines Klosters bürgt, habe ich in dieser Zeit, soweit es den Rahmen eines Mönchs-Besuchs abdecken soll, eigentlich sehr gute Erfahrungen gemacht. Auch als vollkommen unbekannter Mönch, der frisch aus Asien kam, wurde ich überall gut versorgt, mit Bahnfahrkarten, Telefonkarten oder Speis- und Trank, auch wenn diese Dinge oft nicht leicht zu organisieren waren. Mein Anumodana für alle, die sich so viel Mühe gemacht haben. Auch von den nicht-Buddhisten in den Einkaufszentren auf den Almosengängen wurde ich reichlich beschenkt und mit Sympathien für den monastischen Lebensweg empfangen. Dennoch glaube ich, müssen, damit ein weiterer Schritt zur Schaffung eines Klosters erfolgen kann, die entsprechenden Vereine und Gruppen noch stark anwachsen und auch das Engagement, spontan Zeit und Kraft zu investieren.

Ich würde in der nächsten Phase nicht mehr alleine kommen wollen, sondern zu zweit oder mit mehreren Mönchen, um bereits etwas Sangha vorleben zu können. Auf Pläne, vorhandene Häuser zu nutzen, in denen man mit ein paar Mönchen vorübergehend leben könnte, um den Lebensstil der Mönche für sich wirken zu lassen, würde ich mich einlassen, wenn sie an Orten liegen, wo Potential ist, dass die Trägergemeinschaft für das aufzubauende Kloster wachsen kann. Seitens meiner Mitmönche habe ich bereits sowohl die Zusage meiner Lehrer, Unterstützung zu schicken, als auch konkrete Mönchsfreunde, die sich dafür bereit erklären würden. Es ist nicht ganz einfach, westliche Mönche aus Asien her- und die Deutsche Szene hinter dem Ofen herauszulocken. So gesehen war mein Aufenthalt im Winter ein wenig ungünstig, denn ich merke jetzt bei meiner Abreise im Frühling, dass viel konkretere Ideen nach dem Winterschlaf aus dem Menschen hervorspriessen.

Leider hat sich noch nichts direkt Realisierbares ergeben, doch ist, denke ich, einiges in Gang gekommen, was mich glauben lässt, dass es früher oder später möglich sein wird, ganz traditionell als Mönch in einem monastischen Setting mit einer Hütte und einem Gehmeditationspfad, einem geregeltem Tagesablauf, und vor allem einer Gruppe Gleichgesinnter, den Übungsweg des Mönches auch in Deutschland zu gehen. Nochmals mein Anumodana für all Eure Bemühungen bislang. In diesem Projekt ist viel unvergleichlich gutes Kamma zu machen, denn es geht ja um nichts geringeres, als den Mönchsorden des Buddha in seiner ursprünglichen Form in Deutschland zu etablieren.

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