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Buddhistische
Gesellschaft
München e.V.
Die Hauptaufgabe der
Buddhistischen
Gesellschaft München
e.V. (BGM) ist die
Förderung eines
authentischen
Buddhismus.
Grundlage dafür
sehen wir im
ursprünglichen
Buddhismus, der die
Lehre des Buddha
nahezu unverfälscht
überliefert hat. Dem
Buddha zufolge
erfordert die
Befreiung (pativedha)
sowohl ein gezieltes
Studium der Lehre (pariatti)
als auch die
praktische Anwendung
im Alltag und in der
Meditation (patipatti).
Um dieses Ziel
umzusetzen bieten
wir öffentliche
Vorträge, aufbauende
Studienseminare,
Gesprächsabende,
Meditationsveranstaltungen,
eine Bibliothek
sowie eigene
Übersetzungen und
Publikationen an.
Aktuelle
Entwicklungen
In den letzten
Jahren konnte die
BGM einen ständig
expandierenden
Interessentenkreis
und eine kostante
Mitgliederzahl
verzeichnen. Damit
verbunden sind neue,
dialogorientierte
Formen der Praxis in
der Buddhistischen
Gesellschaft wie:
Gemeinsames Studium
Da mittlererweile
einige
Neuübersetzungen der
buddhistischen
Lehrtexte (sutta)
zur Verfügung
stehen, ist es auch
für den
Nicht-Pali-Kenner
zunehmend möglich
und sinnvoll, sich
intensiv mit Buddhas
Wort direkt
auseinanderzusetzen.
Deshalb bieten wir
neben öffentlichen
Vorträgen auch
aufbauenden
Studienseminare,
Workshops und
Gesprächsabende an.
Diese werden z. T.
aus eigenen Kräften
und z. T. durch
Ordinierte aus Ost
und West
durchgeführt..
Betonung einer
umfassenden
Geistesentwicklung
Großer Wert wird auf
die Entwicklung
einer meditativen
Praxis gelegt. Dazu
gehören z.B. die
Montagabende, an
denen gemeinsam die
vielfältigen Aspekte
der
Geistesentwicklung (bhavana)
erklärt, besprochen
und geübt werden.
Regelmäßige
Einführungsveranstaltungen
bieten für
Einsteiger die
Möglichkeit eines
ersten Kontaktes.
Zur Vertiefung
werden Wochenenden
und mehrtägige
Veranstaltungen mit
kompetenten Lehrern
organisiert.
Austausch mit
Ordinierten
Die zunehmende
Zusammenarbeit mit
anderen
Theravadagruppen in
Deutschland und im
europäischen Ausland
ermöglicht
vermehrten Kontakt
mit Ordinierten. Der
fruchtbare Austausch
zwischen allen vier
Teilen des Sanghas
(Mönchen, Nonnen,
Laienmännern und
-frauen) ist eine
wichtige Quelle der
Inspiration und der
Vertiefung der
eigenen Übung, den
die BGM vor allem
durch die
Unterstützung des
Vereins
"Buddhistisches
Waldkloster e.V."
weiter vorantreiben
will.
Die BGM - eine
Gruppe mit reicher
Tradition
Im Rückblick fallen
besonders die
wiederholten Anstöße
auf, die von der
Münchner Gruppe
ausgegangen sind, um
einerseits die
isolierten
buddhistischen
Gruppen in
Deutschland
zusammenzuführen,
andererseits (über
die
Mahabodhi-Gesellschaft)
den Kontakt mit dem
Buddhismus in
Ostasien
herzustellen und zu
bewahren.
Bemerkenswert ist
auch die Vielfalt
der herausgegebenen
Zeitschriften. Neben
den bereits
genannten
('Zeitschrift für
Buddhismus', 'Der
Pfad') wurden seit
Januar 1949 die
'Buddhistischen
Monatshefte'
herausgegeben, ab
dem 3. Jahrgang mit
dem Obertitel
'Indische Welt'. Sie
erschienen bis 1953.
In den sechziger
Jahren gab es ein
einfaches
Mitteilungsblatt,
das seine
Fortsetzung in
erweiterter Form in
den 'Mitteilungen
der Buddhistischen
Gesellschaft
München' während der
Jahre 1987 bis 1990
fand. Wenn sich die
Rechtsform - teils
private Vereinigung,
teils Gesellschaft
oder Verein i.S. des
BGB - und der
Tätigkeitsbereich -
zeitweise beschränkt
auf München,
zeitweise für ganz
Deutschland wirkend
- seit 1910 mehrmals
gewandelt haben,
blieb die
Kontinuität des
Kreises über diese
lange Zeit hin
gewahrt, was
insbesondere durch
die immer gleichen,
maßgebend in ihm
wirkenden Personen,
v.a. die Brüder
Bauer (Josef German
Bauer war letztmals
von 1969 bis 1972
Vorsitzender der
Gesellschaft),
gewährleistet war.
Es dürfte kaum eine
andere Gruppe geben,
die eine derart
lange und für die
Entwicklung des
deutschen Buddhismus
so bedeutungsvolle
Tradition hat.
Während die BGM
satzungsgemäß für
alle buddhistischen
Richtungen offen
ist, hat sie sich in
letzter Zeit
verstärkt zu einer
Anlaufstelle für
Interessierte des
Theravada- bzw.
ursprünglichen
Buddhismus
entwickelt. Neben
dem Studium wurde
insbesondere auch
die Praxis der
Meditation betont.
Ein weiteres
wichtiges Element
ist der
internationale
Austausch und die
systematische
Vermittlung von
Lehre und Praxis
durch, in der
Theravada-Tradition
stehende,
authentische Lehrer.
Zur Geschichte
der BGM
Die Buddhistische
Gesellschaft München
(BGM) geht - zwar
nicht in ihrer
derzeitigen
Rechtsform, wohl
aber in ihrer
Tradition - bis auf
die Zeit vor dem
ersten Weltkrieg
zurück und dürfte
damit zu den
ältesten, noch
bestehenden
Gemeinschaften
Deutschlands
gehören. Bereits
etwa ab 1910 fand
sich in München eine
Gruppe von Menschen
zusammen, die
Interesse an der
Lehre des Buddha
hatten, sie zu
verbreiten suchte
und sie auch ihrer
persönlichen
Lebensführung
zugrunde legte.
Trotz mehren
zeitlichen
Unterbrechungen,
insbesondere durch
die beiden
Weltkriege, blieb
die Kontinuität
dieses Kreises
gewahrt, seit 1963
in der Rechtsform
eines eingetragenen
Vereins.
Die Zeit bis 1914
Es kann als sicher
gelten, daß um die
Jahrhundertwende
auch in München die
buddhistische Lehre
nicht mehr nur
Gegenstand
indologischen
Fachstudiums war
sondern bereits von
einzelnen als
Wegweiser für die
eigene Lebenspraxis
aufgefaßt wurde.
Voraussetzung dafür
war, daß ab der
zweiten Hälfte des
19. Jahrhunderts
wesentliche Teile
der buddhistischen
Lehrtexte auf
deutsch erschienen
und damit allgemein
zugänglich geworden
waren. Bahnbrechend
war insbesondere die
Übersetzungstätigkeit
von Karl Eugen
Neumann. Seine
Übertragung der
Reden der Mittleren
Sammlung kam in drei
Bänden im Zeitraum
von 1896 bis 1902
heraus. Kurz darauf
bildeten sich in
Deutschland die
ersten
buddhistischen
Vereinigungen. Mir
großen Hoffnungen
auf eine rasche
Verbreitung der
lehre wurde 1903 in
Leipzig der
'Buddhistische
Missionsverein für
Deutschland'
gegründet. Für
München ist ab 1908
ein Kreis von
buddhistische
Interessierten um
den Starnberger
Kunstmaler Wilhelm
von Megerle bezeugt.
Als eigentlicher
Beginn organisierten
buddhistischen
Lebens in München
und damit als
Gründungsjahr der
Vorgängergruppe der
heutigen
Buddhistischen
Gesellschaft München
wird das Jahr 1910
angesehen, das Jahr,
in dem der spätere
langjährige
Vorsitzende dieser
Gesellschaft, Josef
German Bauer, dem
Megerle-Kreis
beitrat. Im gleichen
Jahr wurde sein
Bruder Bartel von
Nyanatiloka, dem
ersten deutschen
buddhistischen Mönch
(seit 1904) unter
dem Namen Kondanno
in den Orden
aufgenommen. Der
dritte Bruder, Franz
Joseph, folgte ihm
1914 unter dem
Mönchsnamen Vimalo.

Kondanno
Vimalo
Schon vor dem ersten
Weltkrieg hatte die
Münchner Gruppe
Verbindungen zu dem
'Bund für
buddhistisches
Leben' aufgenommen,
der in mehreren
Städten Ortsgruppen
unterhielt. Seine
Mitglieder wollten
sich nicht nur
wissenschaftlich und
theoretisch mit dem
Buddhismus befassen
sondern die
buddhistische Lehre
und Ethik auch im
persönlichen Leben
verwirklichen. Viele
waren der
Überzeugung, dass
die Möglichkeit dazu
nur im Mönchsorden
gegeben war. Neben
anderen versuchte
daher auch Josef
German Bauer seinen
Brüdern nach Ceylon
zu folgen, wo unter
Nyantilokas Leitung
eine kleine
klösterliche
Niederlassung auf
der Insel Polgasduwa
im Ratgama-See (Island-Hermitage)
entstanden war. Er
hatte bereits sein
Gepäck auf das
Schiff im Hafen von
Triest gebracht, das
ihn nach Ostasien
bringen sollte, als
der erste Weltkrieg
ausbrach. Statt das
ersehnte friedvolle
Leben im Kloster zu
finden, wurde er
gezwungen, vier
Jahre lang an dem
mörderischen
Geschehen in
Frankreich als
Soldat teilzunehmen,
mehrmals
Verwundungen
erleidend.
Die Jahre zwischen
1914 und 1945
Der erste Weltkrieg
hatte auch das
vorläufige Ende für
die Klostersiedlung
in Polgasduwa
gebracht. Die
deutschen Mönchen
wurden des Landes
verwiesen und in
Australien
interniert. Einigen,
darunter auch Bartel
und Franz Joseph
Bauer, gelang es
noch während des
Krieges nach
Deutschland
zurückzukommen. Nach
dem Krieg übernahm
Franz Joseph Bauer
die Leitung der
jetzt als örtliche
Gliederung des
'Bundes für
buddhistisches
Leben' geführten
Gruppe. Einen großen
Aufschwung brachte
der zu dieser Zeit
erfolgende Zuzug
buddhistischer
Verleger (Oskar
Schloß, Ferdinand
Schwab). Im
Benares-Verlag von
Schloß wurde die
1913 begründete,
während des Krieges
eingestellte
'Zeitschrift für
Buddhismus' wieder
herausgegeben, deren
Schriftleitung ab
1921 der Indologe
Prof. Wilhelm Geiger
übernahm. Sie
erschien bis 1931.
Von 1922 bis 1927
gab es noch eine
weitere Zeitschrift:
'Der Pfad'. In ihr
stand der
persönliche Heilsweg
im Vordergrund,
während die
'Zeitschrift für
Buddhismus' sich
mehr an den
wissenschaftlich
Interessierten
wandte.
Im Juni 1921
vereinigte sich der
'Bund für
buddhistisches
Leben' mit dem
deutschen Zweig der
Mahabodhi-Gesellschaft,
einer in Kalkutta
gegründeten
Organisation, die
die Kenntnis und
Ausbreitung des
Buddhismus zu
fördern versucht.
Sitz der vereinigten
Gesellschaft - und
damit neues Zentrum
der buddhistischen
Aktivitäten in
Deutschland - wurde
München, das so die
Nachfolge der vor
dem Krieg auf diesem
Gebiet maßgeblichen
mitteldeutschen
Städte (v.a Breslau,
Leipzig und Halle)
antrat.
In der zweiten
Hälfte der zwanziger
Jahre trat eine
Krise ein. Die
Münchner Gruppe
trennte sich von den
nicht ernsthaft
Interessierten und
beschränkte sich
unter der
Bezeichnung
'Buddhistische
Gemeinde München'
auf den Münchner
Bereich. Den Vorsitz
führte Wilhelm von
Megerle. Zu den
verbliebenen
Mitgliedern gehörten
die Brüder Bauer und
Oskar Schloß.
Die
Betätigungsmöglichkeiten
während der Zeit des
Nationalsozialismus
waren sehr
eingeschränkt.
Während des Krieges
waren nur wenige
Treffen möglich.
Neben anderen wurde
auch Josef German
Bauer erneut zum
Kriegsdienst
einberufen.
Seit 1945
Nach Rückkehr aus
Krieg und
Gefangenschaft
sammelten sich die
verbliebenen München
Buddhisten erneut.
Erste
Vortragsveranstaltungen
fanden 1947 statt.
Die offizielle
Neubelebung der
Buddhistischen
Gemeinde München
erfolgte im Januar
1948 unter der
Leitung von Dr.
Ritter von Meng und
Josef German Bauer.
Ein Jahr später
wurde sie erneut von
der jetzt in Colombo
befindlichen
Zentrale der
Mahabodhi-Gesellschaft
als deutsche
Zweigstelle
anerkannt und
versuchte als
solche, für ganz
Westdeutschland zu
wirken. Nachdem sich
gezeigt hatte, dass
die Anlehnung an
eine ausländische
Organisation für
eine Einigung der
deutschen Buddhisten
nicht günstig war,
wurde 1952 der
'Deutsche Zweig der
Mahabodhi-Gesellschaft'
in die
'Buddhistische
Gemeinde
Deutschland' mit
Sitz in München
umgewandelt. Die
immer stärker
hervortretende
Eigenentwicklung der
örtlichen
Gemeinschaften ließ
jedoch die Idee
einer (Basis-)Gesamtgemeinde
bald zu Utopie
werden. Im September
1955 gründeten daher
die Vertreter der
verschiedenen
Gemeinden und Kreise
Westdeutschlands die
Deutsche
Buddhistische
Gesellschaft (seit
1958 Deutsche
Buddhistische Union)
als gemeinsame
Dachorganisation mit
Dr. Ritter von Meng
als Vorsitzendem und
Josef German Bauer
als Geschäftsführer.
Von den gleichen
Personen wurde
nunmehr die
Buddhistische
Gemeinde München als
eigenständige, dem
Dachverband
angeschlossene
Gemeinschaft
fortgeführt. Am
15.3.1963 wurde sie
unter der
Bezeichnung
'Buddhistische
Gesellschaft München
e.V.' in das
Vereinsregister
eingetragen.
Hier finden Sie die
Internetseite der
BGM. |